BlackCam Pro - B&W Camera
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Details
- Bewertung
- 4,2
- Version
- 1.73
- Entwickler
- XnView
Wer Schwarzweiß-Fotos nicht erst nachträglich bearbeiten möchte, bekommt mit BlackCam Pro eine angenehm direkte Lösung. Die Foto-App von XnView setzt den entscheidenden Schritt schon bei der Aufnahme an: Ich sehe die Szene monochrom, kann den Bildausschnitt bewusster beurteilen und fotografiere nicht erst in Farbe, um später festzustellen, dass die Wirkung nicht passt. Genau diese Konzentration ist für mich der größte Reiz der Anwendung.
BlackCam Pro ist dabei kein vollständiges Fotostudio und will es auch nicht sein. Die App ist auf Schwarzweiß-Aufnahmen spezialisiert und richtet sich an Menschen, die beim Fotografieren weniger Ablenkung und eine klarere Bildsprache suchen. Nach meinem Eindruck liegt ihre Stärke nicht in einer langen Nachbearbeitungskette, sondern in einem schnellen, fokussierten Arbeitsablauf: öffnen, Motiv auswählen, Kontrastwirkung prüfen und auslösen.
Schwarzweiß direkt beim Fotografieren beurteilen
Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Kamera-App zeigt sich vor allem in der Wahrnehmung. Bei einem Farbbild lenken mich kräftige Töne schnell vom eigentlichen Motiv ab. In der monochromen Vorschau treten dagegen Formen, Licht, Schatten und Abstände stärker hervor. Das ist besonders hilfreich bei Architektur, Straßenmotiven, Gesichtern und Gegenständen mit markanter Oberfläche.
Ich finde diesen Ansatz auch deshalb nützlich, weil Schwarzweiß nicht einfach bedeutet, Farbe wegzulassen. Ein rotes und ein grünes Objekt können nach der Umwandlung sehr ähnlich wirken, während eine helle Wand neben einem dunklen Fenster plötzlich die gesamte Bildwirkung bestimmt. Wer bereits beim Fotografieren auf diese Beziehungen achtet, trifft meist bewusstere Entscheidungen als beim späteren Umwandeln eines beliebigen Farbfotos.
Die App gehört zur Kategorie Fotografie und trägt im Store den kurzen Namen „BlackCam Pro“. Als reine Kamera für monochrome Bilder ist sie leicht verständlich. Man muss sich nicht durch eine umfangreiche Bearbeitungsoberfläche arbeiten, bevor überhaupt das erste Foto entsteht. Das macht sie für spontane Aufnahmen interessant, etwa auf einem Spaziergang, bei dem man eine bestimmte Stimmung festhalten möchte.
Mein Eindruck vom praktischen Ablauf
Im Alltag würde ich BlackCam Pro vor allem dann öffnen, wenn ich schon weiß, dass Farbe nicht der Hauptdarsteller sein soll. Ein Beispiel: Auf dem Weg zur Arbeit sehe ich bei tief stehender Sonne lange Schatten zwischen Häusern. Mit der normalen Kamera würde ich wahrscheinlich ein Farbfoto aufnehmen und später experimentieren. Hier kann ich sofort einschätzen, ob die Linien und Helligkeitsflächen tragen. Wenn die Szene in der Vorschau flach aussieht, spare ich mir den Auslöser.
Das ist ein kleiner, aber wichtiger Vorteil: Die App unterstützt nicht nur die Aufnahme, sondern auch die Motivsuche. Ich beginne automatisch, nach Kontrasten, Wiederholungen und klaren Konturen zu suchen. Gerade bei unscheinbaren Alltagsszenen kann das den Blick verändern. Ein Treppenhaus, eine verregnete Fensterscheibe oder eine alte Mauer bekommen durch die reduzierte Darstellung eine andere Priorität.
Gleichzeitig sollte man keine Wunder erwarten. Ein monochromer Filter macht ein langweiliges Motiv nicht automatisch interessant. Wenn Licht und Komposition nicht stimmen, bleibt das Ergebnis auch in Schwarzweiß beliebig. Die App liefert mir die passende Sichtweise, nimmt mir aber die fotografische Entscheidung nicht ab.
Für welche Motive die App besonders gut passt
Am überzeugendsten finde ich BlackCam Pro bei Szenen mit deutlicher Struktur. Backstein, Holz, Metall, Falten, Schatten und grafische Gebäudefronten profitieren oft davon, dass die Farbe nicht von der Oberfläche ablenkt. Auch Porträts können gewinnen, wenn die Beleuchtung bereits eine klare Form im Gesicht erzeugt. Bei weichem, gleichmäßigem Licht kann die Darstellung dagegen schnell kraftlos wirken.
Für Landschaften hängt der Nutzen stark vom Himmel und von der Staffelung im Bild ab. Wolken, Nebel und Gegenlicht können in Schwarzweiß sehr stimmungsvoll erscheinen. Eine gleichmäßig grüne Wiese ohne markante Linien bietet dagegen wenig, was die reduzierte Darstellung tragen könnte. Ich würde deshalb nicht jedes Motiv zwanghaft monochrom fotografieren, sondern die App als bewusst gewählte Kamera für passende Situationen einsetzen.
Auch bei Dokumentationsfotos ist die Entscheidung nicht immer ideal. Wenn die Farbe eines Gegenstands wichtig ist, etwa bei Kleidung, Pflanzen oder einer sichtbaren Markierung, ist die normale Kamera die bessere Wahl. Wer häufig zwischen farbigen Schnappschüssen und Schwarzweiß wechselt, wird vermutlich lieber die Standardkamera oder eine vielseitige Foto-App verwenden.
Wert der kostenpflichtigen Nutzung
BlackCam Pro kostet 0,89 €. Damit ist die Kostenfrage vergleichsweise einfach: Es handelt sich um eine bezahlte App, nicht um einen kostenlosen Einstieg, dessen Wert erst durch zusätzliche Käufe beurteilt werden müsste. Für mich ist der Betrag dann gut angelegt, wenn ich tatsächlich regelmäßig monochrom fotografiere und eine darauf ausgerichtete Aufnahmeumgebung schätze.
Der Preis allein macht die Anwendung natürlich nicht automatisch zu einem guten Kauf. Viele Smartphones können Schwarzweiß-Effekte bereits über die Standardkamera oder die Galerie erzeugen. Auch zahlreiche allgemeine Foto-Apps bieten Filter und Bearbeitungswerkzeuge. Der Mehrwert liegt hier deshalb weniger darin, dass Schwarzweiß technisch überhaupt möglich wird, sondern darin, dass ich die Wirkung schon vor dem Auslösen beurteilen kann.
Der entscheidende Wert steckt in der unmittelbaren Bildkontrolle, nicht in einer möglichst großen Funktionsliste. Wenn ich nur gelegentlich ein einzelnes Foto in Schwarzweiß umwandle, reicht eine vorhandene Standardfunktion wahrscheinlich aus. Wenn ich dagegen bewusst in dieser Bildsprache fotografiere, kann die kleine Einmalzahlung sinnvoller sein als eine umfangreiche App, deren viele Werkzeuge ich nie verwende.
Die Anwendung ist für USK ab 0 Jahren eingestuft. Das passt zu ihrem Charakter als unkomplizierte Foto-App ohne spielerische oder altersgebundene Inhalte. Für die technische Nutzung sollte das Gerät mindestens Android 6.0 verwenden. Auf einem aktuellen kompatiblen Smartphone würde ich vor der Kaufentscheidung trotzdem prüfen, ob die Kamera des eigenen Geräts sauber unterstützt wird und ob der gewünschte Aufnahmeablauf im Alltag bequem funktioniert.
Was gegenüber einer normalen Kamera anders ist
Die Standardkamera gewinnt bei Vielseitigkeit. Sie ist meist schnell erreichbar, verarbeitet unterschiedliche Aufnahmesituationen und lässt mich die Farbversion behalten. Für Familienfotos, Reisen oder spontane Bilder mit unklarer späterer Verwendung ist das ein starkes Argument. Ich kann ein Farbfoto später immer noch in Schwarzweiß umwandeln, während eine ausschließlich monochrome Aufnahme mir diese Reserve nicht bietet.
BlackCam Pro gewinnt dagegen bei der Absicht. Wer schon beim Blick durch den Sucher wissen möchte, wie sich das Motiv ohne Farbe liest, arbeitet konzentrierter. Das ist nicht bloß ein anderer Filter, sondern ein anderer Entscheidungszeitpunkt. Ich bewerte den Kontrast vor der Aufnahme und kann den Standpunkt verändern, bevor die Datei gespeichert ist.
Gegenüber einer großen mobilen Bildbearbeitung wirkt die App naturgemäß schlanker. Eine umfassende Bearbeitungs-App ist besser, wenn ich RAW-Dateien entwickeln, lokale Korrekturen vornehmen, mehrere Bilder angleichen oder ein umfangreiches Archiv verwalten möchte. BlackCam Pro ist eher das Werkzeug für den ersten, bewussten Schritt. Wer eine komplette Produktion vom Fotografieren bis zum fertigen Druck erwartet, sollte die App nicht mit einem mobilen Labor verwechseln.
Konkrete Arbeitsweisen, die sich lohnen
Ein sinnvoller Ansatz ist, vor dem Auslösen nicht auf das Motivobjekt, sondern auf die hellste und dunkelste Fläche zu achten. Bei einem Hauseingang kann das bedeuten, nicht die Tür selbst, sondern das Verhältnis zwischen Rahmen, Schatten und Himmel zu prüfen. In Schwarzweiß entscheidet dieser Helligkeitsaufbau oft stärker über die Wirkung als das eigentliche Thema.
Ich würde außerdem mehrere Standpunkte testen, statt mich auf den ersten Eindruck zu verlassen. Ein Schritt zur Seite kann eine helle Fläche hinter dem Motiv entfernen; ein tieferer Kamerastandpunkt kann aus einer einfachen Fassade ein grafisches Muster machen. Weil die App die monochrome Wirkung bereits während der Suche zeigt, ist dieser Vergleich schneller und gezielter als das spätere Sortieren vieler Farbfotos.
Ein weiterer praktischer Tipp betrifft das Licht. Hartes Seitenlicht erzeugt klare Schatten und kann Strukturen betonen, während diffuses Licht eher für ruhige, weiche Bilder geeignet ist. Bei Gegenlicht sollte ich besonders auf ausgefressene helle Bereiche und sehr dunkle Flächen achten. Die Schwarzweißdarstellung kann eine Stimmung verstärken, aber sie kann auch fehlende Zeichnung in Schatten sichtbarer machen.
Für eine kleine Serie würde ich bewusst ein gemeinsames Thema wählen, etwa Türen, Fenster oder Schatten auf Gehwegen. So wird die App nicht nur zur Filterkamera für Einzelbilder, sondern zu einem Werkzeug für eine zusammenhängende Sammlung. Der begrenzte Fokus ist dabei hilfreich: Ich verbringe weniger Zeit mit der Auswahl von Effekten und mehr Zeit mit Perspektive und Reihenfolge.
Wo im Alltag Reibung entstehen kann
Die größte Einschränkung ist die Spezialisierung. Wer eine einzige Kamera-App für alle Situationen sucht, wird mit einer reinen Schwarzweiß-Ausrichtung nicht immer glücklich. Bei einem wichtigen Moment möchte ich manchmal bewusst eine farbige Originalaufnahme behalten. Dann ist die Standardkamera flexibler, selbst wenn ich später zusätzlich eine monochrome Version erstelle.
Auch die Qualität des Ergebnisses hängt stark von der jeweiligen Smartphone-Kamera ab. Eine App kann die Darstellung und den Aufnahmeprozess beeinflussen, aber sie ersetzt keine gute Optik, kein passendes Licht und keine ruhige Hand. Bei schwierigen Lichtverhältnissen bleibt die Hardware ein entscheidender Faktor. Deshalb würde ich BlackCam Pro nicht allein wegen der Schwarzweiß-Idee kaufen, wenn die Kamera meines Geräts ohnehin häufig unzuverlässige Bilder liefert.
Für Nutzer, die nach der Aufnahme intensiv bearbeiten möchten, kann der direkte Ansatz ebenfalls zu eng sein. Wer den Charakter jedes Bildes später mit vielen Reglern neu bestimmen will, ist mit einer Bearbeitungs-App besser bedient. BlackCam Pro passt eher zu Menschen, die eine Entscheidung früh treffen und anschließend nicht aus jedem Foto ein langes Projekt machen möchten.
Bei der Bedienung ist für mich außerdem wichtig, dass eine Spezialkamera nicht automatisch bessere Bilder erzeugt. Der Reiz der Vorschau kann dazu verleiten, jedes Motiv monochrom zu interpretieren. Ich würde deshalb regelmäßig gegenprüfen: Wird die Szene durch die Reduktion wirklich klarer, oder verliert sie nur Information? Diese Frage trennt die sinnvolle Nutzung von einem bloßen Effekt.
Für wen sich die 0,89 € lohnen
Ich würde die App vor allem Einsteigern empfehlen, die Schwarzweiß-Fotografie praktisch lernen möchten. Sie sehen sofort, wie Linien, Licht und Kontrast zusammenspielen, statt sich erst mit einer späteren Bearbeitung beschäftigen zu müssen. Auch erfahrene Hobbyfotografen können profitieren, wenn sie für Spaziergänge oder kleine Projekte ein bewusst begrenztes Werkzeug suchen.
Gut passt sie außerdem zu Menschen, die gern Serien aufnehmen: eine Woche lang Schatten, urbane Details oder Porträts bei wechselndem Licht. Die Einschränkung wird dann zum Vorteil, weil sie einen roten Faden vorgibt. Wer hingegen hauptsächlich Urlaubsfotos, Produktbilder mit korrekten Farben oder schnelle Familienaufnahmen macht, wird den speziellen Schwerpunkt wahrscheinlich zu selten nutzen.
Für soziale Beiträge kann die App ebenfalls interessant sein, wenn ein einheitlicher visueller Stil wichtiger ist als maximale Bearbeitung. Ich würde die Bilder aber nicht automatisch jedem Farbfoto vorziehen. Ein monochromes Bild wirkt besonders dann überzeugend, wenn Motiv und Licht diese Entscheidung tragen. Die App hilft bei der Auswahl, aber sie ersetzt keinen eigenen Stil.
Beim Kauf würde ich mir daher eine einfache Frage stellen: Möchte ich Schwarzweiß nur als gelegentlichen Effekt, oder möchte ich bereits beim Fotografieren in dieser Sprache denken? Im ersten Fall ist der Preis trotz seiner geringen Höhe nicht unbedingt sinnvoll. Im zweiten Fall bezahlt man nicht bloß einen Filter, sondern einen fokussierten Aufnahmeprozess.
Technischer Stand und langfristige Einschätzung
Die aktuelle Version ist 1.73. Zusammen mit der Unterstützung ab Android 6.0 zeigt das, dass die App auf einer breiten Android-Basis eingesetzt werden kann. Für mich ist dabei weniger die Versionsnummer entscheidend als die Frage, ob der Ablauf auf dem eigenen Gerät stabil und angenehm reagiert. Kamera-Apps hängen stark von Smartphone-Modell, Betriebssystem und Hardware zusammen; deshalb lohnt sich ein kurzer Praxistest besonders bei älteren Geräten.
XnView ist als Entwickler klar mit Bild- und Fotowerkzeugen verbunden, was zur Ausrichtung der Anwendung passt. Die App wirkt nicht wie ein zufällig ergänzter Filter in einem allgemeinen Werkzeugkasten, sondern wie ein bewusst spezialisiertes Produkt. Das erklärt auch ihre Grenze: Der Fokus auf eine bestimmte Aufnahmeart ist gleichzeitig ihr Profil und der Grund, warum sie nicht jedem Android-Nutzer dauerhaft auf dem Startbildschirm liegen wird.
Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,2 aus rund 3.100 Bewertungen und mehr als 100.000 Installationen hat BlackCam Pro bereits eine erkennbare Nutzerbasis. Diese Zahlen sind für mich ein nützlicher Hinweis auf Interesse, aber kein Ersatz für die eigene Entscheidung. Gerade bei einer so spezialisierten App hängt der Nutzen stark davon ab, ob der persönliche Fotostil zur monochromen Arbeitsweise passt.
Mein Kaufurteil
Ich sehe BlackCam Pro als kleines, klar umrissenes Werkzeug mit einem nachvollziehbaren Zweck. Die App macht Schwarzweiß nicht erst nachträglich möglich, sondern rückt die Bildwirkung an den Anfang des Fotografierens. Das hilft mir, Motive anders zu lesen, bewusster zu komponieren und unnötige Aufnahmen zu vermeiden. Für Architektur, Straßenfotografie, Texturen und kontrastreiche Porträts finde ich diesen Ansatz besonders überzeugend.
Die 0,89 € sind aus meiner Sicht fair, wenn ich regelmäßig monochrom fotografieren möchte und die Vorschau während der Aufnahme als echten Vorteil empfinde. Wer bereits mit der Standardkamera und einer vorhandenen Bearbeitungsfunktion zufrieden ist, braucht die zusätzliche Spezial-App dagegen nicht zwingend. Für farbkritische Aufnahmen, umfangreiche Nachbearbeitung oder eine einzige Allzweckkamera würde ich eine vielseitigere Alternative wählen.
Mein persönliches Fazit fällt deshalb positiv, aber gezielt aus: Ich würde BlackCam Pro Freunden empfehlen, die Schwarzweiß nicht nur als gelegentlichen Effekt sehen, sondern als bewusste fotografische Entscheidung. Wer vor dem Auslösen sehen und beurteilen möchte, ob ein Motiv ohne Farbe funktioniert, bekommt hier ein fokussiertes Werkzeug für wenig Geld. Wer diese Arbeitsweise nicht regelmäßig nutzt, sollte den Kauf überspringen und bei der bereits vorhandenen Kamera bleiben.











